Wie alles begann: Rainers Weltreise

Wenn ich ein Schlüsselerlebnis nennen müsste, dann wäre es wohl mein Zusammenbruch, wobei mir erst in der Rehabilitation klar wurde, was mir wichtig ist und welche Konsequenzen ich ziehen muss. Es war vor einem Jahr als wir einen großen Auftrag bekamen. Wir saßen im Konsortium eines komplexen EU-Projektes. Die Schwierigkeit bestand zum einen darin, dass vieles multilingual kommuniziert werden musste, zum anderen mussten neue Ressourcen aktiviert werden, da das Projekt enormes Spezialwissen erforderte.

Schon die Planungsphase war sehr anstrengend. Die Dealines wurden immer kurzfristiger gesetzt und mein Team arbeitete rund um die Uhr. Natürlich muss der Chef alles kontrollieren und so kam es, dass ich teilweise 7 Tage die Woche 18 Stunden am Tag arbeiten musste. Lange ging das nicht. Ich brach zusammen.

Zum Glück konnte ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen. Sie machten sich mehr Sorgen um meine Gesundheit als ich selbst. Und sie ließen mich nicht mehr auf der Firma erscheinen. Ich bekam von meinen Mitarbeitern einen Urlaub für eine Woche geschenkt. Auch wenn ich die ganze Zeit mit den Gedanken bei der Arbeit war, versuchte ich meinen Urlaub zu genießen. Ich beobachtete die Menschen. Mir wurde bewußt, dass gerade dieser Augenlick, während ich hier am Strand liege, das Leben ist. Und ich erinnerte mich an meine jugendlichen Träume. Was wollte ich alles in der Welt sehen.

So beschloss ich innerhalb von wenigen Sekunden meine Träume endlich zu realisieren. Was will ich denn noch alles erreichen? Warum versklave ich mich selbst, wenn ich aus den vorhandenen Mitteln schon durch eine straffe Organisation und gute Planung eine Auszeit nehmen kann, um durch die Welt zu ziehen und Länder und Kulturen kennen zu lernen?

So habe ich nun damit begonnen, diesen Traum wahr werden zu lassen. Ich werde einfach alles hinter mir lassen und die Welt erobern. Ich möchte leben. Ich habe genug gearbeitet und möchte nun einfach mal sehen, woraus das Leben, woraus unsere Welt und die Natur besteht. Und so befinde ich mich gerade in der Planungsphase. Schon bald werde ich aufbrechen.

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